Souveräner Sieg gegen das Schlusslicht
Der TV Steffisburg befindet sich im Kalenderjahr 2026 bislang in sehr guter Form. Mit vier Siegen, einem Unentschieden und zwei Niederlagen gegen Teams aus der Spitzengruppe ist man Resultat-technisch absolut im Soll. Doch auch die Entwicklung der jungen Mannschaft kann als durchwegs positiv betrachtet werden und man sieht von Spiel zu Spiel, wie hart die Jungs im täglichen Training an den kleinen Details arbeiten. Diesen positiven Lauf wollten die Steffisburger am letzten Samstag mit in die Partie gegen die letztplatzierte SG Wädenswil/Horgen nehmen und sich auch für die empfindliche Niederlage im Hinspiel revanchieren, wo eine stark ersatzgeschwächte Mannschaft einen komplett schwarzen Tag eingezogen hatte und die zweithöchste Saisonniederlage hinnehmen musste. Die Mannschaft tat jedoch gut daran, den Gegner nicht zu unterschätzen, denn auch wenn dieser eine Negativserie von zehn nicht gewonnen Spielen hinter sich hat, haben die Zürcher durchaus auch ihre Qualitäten und kamen sicherlich nicht mit der weissen Fahne in die Lachenhalle, denn für sie geht es im Abstiegskampf um das Überleben in der Nationalliga B.
Zum Start verlief die Partie relativ ausgeglichen, jedoch mit leichten Vorteilen für das Heimteam. Auf beiden Seiten gab es früh die ersten Fehlwürfe und die beiden Torhüter konnten sich ebenfalls früh im Spiel ein erstes Mal auszeichnen. Nach einer Serie von Fehlern auf beiden Seiten konnte Wädenswil/Horgen in der 11. Minute ein erstes Mal wieder ausgleichen auf 4:4. In Überzahl zog der TVS mit zwei Toren davon, die Gäste liessen sich jedoch nicht abschütteln und glichen nur kurze Zeit später wieder aus.
Nach 20 gespielten Minuten zogen die Steffisburger dann erneut davon und profitierten von der nun immer besser funktionierenden Abwehr und vom gut aufgelegten Leo Ebner im Tor, der sich auch selbst mit einem Wurf in das verwaiste Tor auf der anderen Seite in die Torschützenliste eintragen konnte. Das Heimteam hatte die Partie nun fest im Griff, spielte seine Angriffe clever und höchst effizient aus und konnte sich so zur Pause mit 18:11 von den Zürchern absetzen, welche die Tempoverschärfung ihrerseits nicht mitgehen konnten.
Im Wissen, dass die Gäste sicherlich nicht aufgeben und bis zur letzten Sekunde kämpfen würden, besannen sich die Zulgtaler in der Halbzeit, ihr Spiel weiter durchzuziehen und dem Gegner keine Chance mehr zu bieten, ins Spiel zurückzukehren. Dies gelang zunächst sehr gut, im Angriff reüssierte man weiterhin aus allen Positionen und hinten knüpfte Leo Ebner an seine starke erste Halbzeit an, entschärfte unter anderem zwei 7-Meter Würfe, und liess sich weitere Paraden gutschreiben. Bereits 5 Minuten nach Wiederanpfiff hatten die Steffisburger den Vorsprung auf 10 Tore (21:11) ausgebaut. Diesen konnten das Heimteam zunächst weiter verwalten, auch wenn die Zürcher wieder vermehrt zu erfolgreichen Abschlüssen kamen, unter anderem durch den Einsatz vom 7. Feldspieler mit leerem Tor.
In der Folge lief es dann nicht mehr ganz nach dem Gusto des Heimteams. Nacheinander fielen verletzungsbedingt und nach einer direkten roten Karte die beiden Topscorer des Teams für den Rest der Partie aus, was die Mannschaft erst einmal vor Probleme stellte. Die Gäste vom Zürichsee witterten ihre Chance und kämpften sich Tor für Tor wieder an die Zulgtaler heran. Mit einem 7:1 Lauf innert 10 Minuten war die Partie zu Beginn der Crunchtime plötzlich wieder spannend und der Vorsprung des Heimteams auf 24:21 geschmolzen. Das junge Team bewies mentale Stärke und zeigte eindrücklich, welche Entwicklung es hinter sich hat. Unbeeindruckt von der kurzen Schwächephase spielten sie sich nun wieder gute Chancen heraus und kämpften in der Abwehr aufopferungsvoll um jeden Ball. So konnten sie die kurze Hoffnung der Gäste schnell wieder zerstören und zogen wieder auf 8-Tore-Vorsprung davon. Mit einigen sehenswerten Treffern zum Schluss krönte die Mannschaft den Sieg mit dem Schlussresultat von 32:24, die Revanche war geglückt.
Trotz zwischenzeitlichem Tief hatten die Steffisburger die Partie von Anfang an im Griff und liefen nie wirklich in Gefahr, das Spiel und die zwei Punkte zu verlieren. Zwar versuchten die Gäste alles in ihrer Macht Stehende, dies war an diesem Samstag jedoch oft nicht genug, um gegen die abgeklärten Steffisburger zu bestehen. Beim Heimteam kann man, mit einigen kleinen Abstrichen, von einer geschlossenen Mannschaftsleistung sprechen. Im Angriff konnte die Last auf vielen verschiedenen Schultern verteilt werden und in der Abwehr gelang es den Zulgtalern nach einigen Spielen erstmals wieder, über 60 Minuten eine kompakte Deckung zu stellen, an der sich die Gäste immer wieder die Zähne ausbissen und wenn sie sich mal frei durchspielen konnten, stand ein überragender Leo Ebner hinten im Tor, der mit seinen 17 Paraden, einem Treffer und einer Abwehrquote von 42% verdient zum Bestplayer gewählt wurde.
Eigentlich steht nun eine kurze Nationalmannschaftspause an, da ein Spiel des TVS Anfang des Jahres jedoch verschoben wurde, geht es ohne Unterbrechung weiter. Am nächsten Samstag trifft die Krainer Truppe auswärts auf den zweitplatzierten BSV Stans. Die beiden Teams kennen sich bestens, trafen sie neben dem Hinspiel auch bereits im Cup-Achtelfinal aufeinander und im Januar gastierte der BSV Stans im Rahmen des Valiantcups in der Musterplatzhalle zu einem Testspiel. Es wird interessant zu sehen sein, wie die beiden Coaches ihre Teams auf die jeweiligen Stärken des Gegners einstellen. In jedem Fall kann ein spannendes Spiel erwartet werden, denn der TVS wird alles daransetzen, den Favoriten möglichst lange zu nerven und in der stets stimmungsvollen Halle sein Spiel möglichst lange erfolgreich durchziehen will, um den Innerschweizern vielleicht ein Bein stellen zu können. Anpfiff im Eichli in Stans ist um 19:30 Uhr, die Partie kann wie immer im Livestream verfolgt werden.
Hopp Stäffi!
Fürs "Eis" : Janes Karlen
Fotos: Nils Kiener (Archiv)